Alte Häuser mit Geist und Geschichte – lohnt es sich zu sanieren?

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Vorab sei festgehalten, ein Abriss, nicht nur in Berlin, ist selten eine gute Alternative zur Sanierung. Diesbezüglich wurde von der „Arbeitsgemeinschaft Zeitgemäßes Bauen“ im Jahr 2011 eine Studie angestellt. Das Ergebnis war, dass es nur bei rund 12 % aller Objekte rentabel ist, die Gebäude abzureißen und sie durch neue Häuser zu ersetzen. Es ist wesentlich wirtschaftlicher, auch unter den Vorgaben der EnEV (Energieeinsparverordnung), zu sanieren.

Vor unserem Hauskauf

Wir haben also ein Haus in unserer neuen Wahlheimat Berlin in traumhafter Lage gefunden, mit viel Platz, Grün und Wasser, allerdings ist es nicht das Neuste. Bevor ich eine Investition in solchen Größenordnungen vornehme, wollte ich mir vorsichtshalber Rat holen. Zunächst habe ich meinen Sohn in den Plan eingeweiht, ein altes, aber kostengünstiges Haus zu kaufen. Der einzige Haken ist, dass es sanierungsbedürftig ist.

Wie kam es nochmal dazu? Das Wohnen auf dem Lande hatte zwar seine Vorteile, doch je älter ich werde, umso schwieriger wird es, alles noch zu bewältigen. Mein Sohn hat seine eigene Familie und seine Arbeit, sodass sie völlig ausgelastet sind und uns nur selten besuchen können. Daher haben wir uns überlegt, in Ihre Nähe zu ziehen. Sie stehen meiner Idee sehr positiv gegenüber.

Also, haben wir vor zwei Wochen beschlossen, gemeinsam das Haus, welches in Berlin-Spandau liegt, zu besichtigen. Mein Sohn machte den Vorschlag gleich einen Bausachverständigen zu der Besichtigung mitzunehmen.

Ergebnis unserer Inspektion

Zunächst machte das Gebäude einen von außen einen soliden Eindruck. Zwei Etagen, ein Erker im Erdgeschosss und sogar eine Terasse. Doch im Inneren wurde uns klar, weshalb es so günstig verkauft werden sollte. Es war in einem schlimmen Zustand. Der Sachverständige hatte sich bereits vom Äußeren seine Notizen gemacht. Gleiches erfolgte in den einzelnen Räumen, die wir in Augenschein genommen haben. Da dachte ich mir schon, hier muss die Abrissbirne ran. Er meinte auf dem Rückweg, dass er uns in Kürze eine Aufstellung zukommen lassen wird, mit welchen Kosten wir mindestens rechnen müssen, um das Haus zu sanieren.

Es dauerte gar nicht lange und der Brief mit der Kostenaufstellung lag im Briefkasten. Online hatten wir uns schon einmal informiert, wie hoch die Kosten für den Abriss wären. Doch genaue Zahlen konnten wir nicht ermitteln. So waren wir angenehm überrascht, als dem Schreiben die durchschnittlichen Kosten, welche für den Abriss auf uns zukommen würden, beigefügt waren.

Zu unserem Erstaunen stellte sich heraus, dass, wenn wir unseren Kaufpreis und die Sanierungskosten addieren, es sich lohnt, das Haus fachmännisch auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Die Lages des Hauses und seine Gestaltung haben uns überzeugt, zu kaufen und alles instand setzen zu lassen.

Fördermittel prüfen

Bevor wir jedoch mit den erforderlichen Maßnahmen beginnen, so der Tipp des Experten, ist zu prüfen, ob eventuell Fördermittel beantragt werden können. Verschieden Institutionen stellen Fördermittel bereit. So kann als Erstes der Denkmalschutz genannt werden. Bei unserem Haus handelt es sich aber nicht um eine denkmalgeschützte Immobilie, sodass es dort keine Zuschüsse gibt. Als Nächstes haben wir die Fördermittel nach Bundesländern gecheckt. Gefördert werden auch bestimmte Heizungs- und Solaranlagen. Eine weitere Möglichkeit der Förderung ist die Vergabe zinsgünstiger Kredite. So können wir für uns auch eine günstige Alternative finden.

Zu beachten jedoch ist, dass die Anträge auf einen Zuschuss, unabhängig an welche Stelle, vor Bau- bzw. Sanierungsbeginn zu stellen sind. Rückwirkend werden sie in der Regel nicht gewährt. Viel Geld für die Sanierung können wir wohl durch Ausschreibungen sparen. Hier melden sich bald einige Gewerbe für die Baumaßnahme, um die es sich handelt. Sie reichen ein Kostenangebot ein und wir haben die Möglichkeit sie in aller Ruhe zu vergleichen.

Freunde haben uns den Tipp gegeben, nicht in jedem Fall, das günstigste Angebot zu wählen. Die Baufirmen sollten zuvor auf ihre Seriosität geprüft werden. Ferner ist zwingend zur Absicherung neben der Bauherrenversicherung, eine Baufertigstellungsversicherung abzuschließen.

Die ganzen Fragen und deren Umsetzung liegen nun zum Glück bald hinter uns. Ich kann sagen, dass es sich gelohnt hat, das Haus zu besichtigen und uns umfassend beraten zu lassen. Die Sanierung sollte relativ flott durchgeführt werden. Ein paar kleinere Umbauten zu unserem Komfort werden auch vorgenommen. Und dann wohnen wir bald in der Hauptstadt in einem eigenen Heim, welches ganz unseren Bedürfnissen und Vorstellungen entspricht.