Was ich unternehmen kann, um einen Einbruch zu verhindern

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Als neuer Bewohner Berlins habe ich mich nun auch mit einem weniger schönen Thema beschäftigt, nachdem in unserer Nachbarschaft erst vor Kurzem ein Einbruch stattfand. Es leben rund 3,5 Millionen Menschen – kein Wunder also, dass die Kriminalitätsrate in der Hauptstadt dementsprechend hoch ist. Doch obwohl die Einbruchsrate in anderen Bundesländern leicht steigt, scheint Berlin im Trend zurückzugehen: 2014 wurden noch 12.159 Einbrüche gemeldet, dagegen waren es 2015 „nur“ 11.815. Dies entspricht einem Rückgang von 2,8 Prozent. Die Aufklärungsquote betrug 2014 noch 6,6 Prozent, nun sind es schon 8,5 Prozent.

Wie geschützt bin ich?

Obwohl sich ein Rückwärtstrend erkennen lässt, heißt das nicht automatisch, selbst sicher vor Einbrüchen zu sein. Denn wer leichtgläubig davon ausgeht, dass man selbst nie betroffen sein wird, erlebt womöglich irgendwann sein blaues Wunder. Und dann steht man vor zerbrochenen Fensterscheiben oder aufgebrochen Türen und denkt sich: „Hätte ich mein Zuhause doch nur besser geschützt“. Also habe ich mir ein paar Tipps rausgesucht, die es den Langfingern zumindest schwerer machen sollen und die auch nicht schwer umzusetzen sind:

  1. Haustüren sollten immer, auch tagsüber, zweifach verschlossen werden. Generell sollte dabei überprüft werden, wer in das Haus möchte.
  2. Auch bei kurzzeitigem Verlassen sollte die Tür verschlossen und nicht einfach ins Schloss gezogen werden. Dabei sollten auch Keller- und Dachbodentüren verschlossen werden.
  3. Man sollte immer auf fremde Personen im Haus und auf dem Grundstück achten und sie gegebenenfalls ansprechen („Kann ich Ihnen helfen?).
  4. Fenster sollten auch bei kurzer Abwesenheit verschlossen werden, ebenso Balkontüren. Einbrecher haben bei gekippten Fenstern leichtes Spiel.
  5. Abschließbare Fenstergriffe sollten ebenfalls abgeschlossen sowie der Schlüssel abgezogen werden.
  6. Die Wohnung sollte immer einen bewohnten Eindruck hinterlassen. Man bittet am besten Nachbarn, den Briefkasten zu leeren. Auch Zeitschaltuhren in Erdgeschosswohnungen wären sinnvoll.
  7. Es ist empfehlenswert, Telefonnummern mit den Nachbarn auszutauschen im Falle einer Abwesenheit. So kann man bei Notfällen jederzeit kontaktiert werden.
  8. Man sollte keine fremden Personen in die Wohnung lassen. Die Benutzung von Türspionen, Sperrbügeln oder Ketten wird dringend empfohlen.
  9. Oftmals suchen Einbrecher ältere Bewohner auf und verschaffen sich Zugang zu deren Wohnung. Hier sollte man einschreiten und die Polizei alarmieren.
  10. Bei verdächtigen Geräuschen oder Beobachtungen gilt es ebenfalls, sofort die Polizei zu informieren. Man sollte niemals selbst versuchen, Einbrecher festhalten zu wollen.

Nicht immer reicht Achtsamkeit aus

Wenn ich die genannten Tipps beachte, habe ich vielleicht bessere Chancen, einem Einbruch zu entgehen. Schon ein paar Minuten mehr Aufwand, um in unser Haus zu gelangen, können ja schon den Ausschlag geben. Auf jeden Fall habe ich dann ein sicheres Gefühl und das bringt ja auch schon etwas.

Oftmals sind es auch bautechnische Voraussetzungen, die Einbrechern das Einsteigen in die Wohnung erleichtern. Daran haben wir bei unserer Sanierung natürlich nicht gedacht. So sollte man schon beim Bau darauf achten, dass Türen und Fenster ein bestimmtes Siegel besitzen, die auf hohe Sicherheit hindeuten. Solch ein Siegel ist beispielsweise das VdS-Siegel. Oft sind zusätzlich ein bis drei Sterne angebracht, die anzeigen, wie gut die Schutzklasse des jeweiligen Produkts ist. Je mehr Sterne, desto größer ist die Sicherheit.

Klopfen hilft bei der Diagnose

Auch Türen kann man ganz leicht auf ihre Sicherheit überprüfen. Und zwar mit dem Klopftest. Wie der Name schon verrät, klopft man einfach auf die Tür: Klingt diese hohl und ist zusätzlich noch leicht aus den Angeln zu heben, ist über einen zusätzlichen Einbruchschutz nachzudenken. Gerade Wohnungstüren in Mehrfamilienhäusern sind davon betroffen.

Aber nicht nur die Türen an sich, sondern auch die Türrahmen müssen stabil genug sein. Wenn dieser nicht fest mit dem Mauerwerk verbunden ist, kann man ihn leicht aufhebeln. Um dem entgegenzusteuern, gibt es bestimmte Schließbleche. Auch die Schanierseite lässt sich verstärken. Im Fachhandel kann man sich zu den Themen ausführlich beraten lassen und letztendlich entscheiden, welcher Aufwand für einen selbst am geeignetsten scheint.

Mein Sohn hat sich nun bereit erklärt, alle unsere Türen einmal zu kontrollieren. Dann werden wir entscheiden, ob wir die ein oder andere Tür verstärken. Ansonsten werden wir auf unser bisheriges Glück vertrauen, weiter aufmerksam sein und uns nicht verrückt machen.