Schuljahre sind keine Herrenjahre – die Einschulung und die Pubertät meines Sohnes

Standard

Bis zur Einschulung meines Sohnes verbrachten wir eine glückliche Zeit. Die Einschulung selbst war ein toller Tag. In der Grundschule im Dorf gab es ein Fest zur Ehre der Schulanfänger. Als Eltern haben wir schon am Nachmittag bis in den frühen Abend hinein getanzt, die Kinder zusammengespielt. Ich habe das Tanzen mit meiner Frau fast so geliebt wie das Fußballspielen im Verein.

Vom Kumpel zum Mädchen – Zeitzeichen in den Lebensphasen

Von meinen alten Kumpels kann ich das nicht behaupten. Die haben das Tanzen schon damals mit ihren Mädels gehasst. Der Otto hat sich zum Tanzen Stollenschuhe angezogen. Ein verrückter Kerl damals.

Fußball ist mein Leben und der Sohn will es auch – begrenzte Ansichten, Vorurteile und Meinungen.
Am liebsten ging ich mit meinem Sohn zum Fußballspiel. In der Pubertät wollte der zunehmend mehr alleine machen. Ich störte da wohl etwas. Und als dann auch noch die erste große Liebe bereitstand, blieb ich unter dem Schirm im Regen stehen.

Meine Frau hatte zwar Mitleid mit mir, aber umso mehr Verständnis für ihn. »Lass ihn, er weiß schon was er macht, schließlich haben wir uns auch einmal verliebt.«, sagte sie mehr als einmal. Da hatte sie wie immer völlig recht. Unsere Liebe war unbeschreiblich. Wir sind schon so lange zusammen, ich vergess das immer wieder. Sie ist dann immer außer sich. Das ist aber auch der einzige Punkt, an dem wir aneinandergeraten.

Männer und Frauen – die eigenen Erfahrungen und die Erkenntnisse der Gendermedizin

Mir sind Daten schnurz. Sie pocht darauf, auch noch die genaue Uhrzeit zu wissen. Wie sagte doch wir lieben einandermein Sohn neulich zu mir: »Dad, Frauen sind da anders, das hat die Gendermedizin herausgefunden. Die beschäftigen sich mit dem Zeug auf wissenschaftlicher Basis. Wussten wir das nicht schon.« Was haben wir gelacht und das Gelächter wurde noch größer, als meine Frau in diesem Moment hereinkam. Frauen haben ein Gespür dafür, wenn über sie gesprochen wird.

Der Anlass heiligt den Zweck – von Äpfeln, Strudeln und einer Bohne

Ich werde meinen Sohn mal fragen, wie das mit seinen Töchtern war. Auch ihre Sichtweise interessiert mich. Ich denke, die schauen bald mal wieder rein. Gabriela wird uns einen Kuchen backen. Vielleicht gibt es auch wieder eine Torte. Am besten der gedeckte Apfelstrudel, den meine Frau früher nur mit einem Sahneberg von der Größe der Schneekoppe verspeist hat, inklusive der obligatorischen Konjakbohne.

Das eine Prinzip und die Ehrlichkeit der Männer zu sich selbst

Dafür musste sie stets einen festlichen Anlass haben, sonst hätte sie sich das nie gegönnt. Bis heute hat meine Frau ihre festen Prinzipien, an die sich strikt hält. Ich habe mich im Laufe der vielen Jahrzehnte immer mehr angenähert, wie ich mir eingestehen muss, schließlich gehört die Ehrlichkeit zu sich selbst zu einer meiner lieb gewonnen Eigenschaften. Schön, dass ich auch von meinen Enkeln dafür ein großes Lob erhalten habe.