Vermessung beim Grundstückskauf – Wofür ist das notwendig?

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Es war mir bis vor ein paar Wochen nicht ganz klar, ob ich eine Vermessung vornehmen lassen muss, wenn ich ein Grundstück kaufe oder es eine Kannbestimmung ist. Inzwischen bin ich um einiges schlauer.

Bei einer Parzellierung bzw. einer Sonderung ist eine Vermessung unumgänglich. Sonst dient die Vermessung nur meiner eigenen Sicherheit in einem Rechtsstreit. Doch eine Vermessung ist ja auch mit Kosten verbunden. Daher habe ich mich informiert, wann das Vermessen sinnvoll ist und wann ich darauf verzichten kann.

Gründe für eine Vermessung

Nachdem ich ein Grundstück mit großem Garten in Berlin von einer Privatperson gekauft habe, wollte ich, ehe ich mit der zusätzlicher Bebauung (ein Schuppen nur für mich) beginne, sicherstellen, dass die Grenzen welche angegeben wurden, korrekt sind. Nicht zuletzt habe ich mich dazu entschlossen, da der Verkäufer mir keine präzisen Angaben zu den Grenzpunkten machen konnte. Um einen eventuellen Nachbarschaftsstreit aus dem Weg zu gehen, der den bisherigen Grenzverlauf anzweifelt, konnte ich mich dadurch absichern.

Die Vermessung selbst

Es war äußerst interessant, wie die Vermessung vonstattenging. Die Grenzherstellung, wie die Vermessung auch genannt wird, unterscheidet sich in ihrem Ablauf danach, weshalb sie durchgeführt wird. Die Gründe können mit Baumaßnahmen zusammenhängen, die Grundlage für einen Bauantrag sein oder wie in meinem Fall, den Grundstücksverlauf, definieren.

Nur ich, der Eigentümer, kann ein Vermessungsbüro mit der Tätigkeit beauftragen. Das Vermessungsbüro nimmt Einsicht im Katasteramt zum bisherigen Grenzverlauf. Am einfachsten ist es natürlich, wenn die neuen Vermessungen mit den vorliegenden Daten übereinstimmen. Anderenfalls müssen diese dem Liegenschaftsdienst schriftlich mitgeteilt werden, welches die Differenzen nach Ablauf einer Einspruchsfrist von 4 Wochen prüft und bestätigt. Die aktuellen Werte werden dann vom Katasteramt übernommen.

Für mich war es wichtig, dass ich die schriftlichen Resultate auch gleichzeitig für meinen Bauantrag nutzen konnte. Diesem muss nämlich in der Regel ein amtlicher Lageplan beigefügt werden.

Die Kosten einer Vermessung

Bei den Kosten für die Vermessung handelt es sich um Baunebenkosten. Da ich einen kleinen Kredit für mein Vorhaben benötige, muss ich diese mit einkalkulieren und beantragen. Klar ist nun, warum nur der Eigentümer eine Vermessung in Auftrag geben kann. Grundsätzlich haben die Vermessungsbüros eine Gebührenverordnung, nach der die Preise nachzuvollziehen sind. Diese variieren je nach Bundesland. Pauschal kann davon ausgegangen werden, dass es rund 1 % der Bausumme sind, die in Rechnung gestellt werden. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten der Rechnungslegung für Vermessungen. Es kann auch der zeitliche Aufwand für die Vermessungen vom Büro zugrunde gelegt werden. Nachgewiesen ist, dass diese Rechnungslegung sich teilweise nachteilig auf den Grundstückseigentümer auswirken kann. Meine erste Idee, mit dem Büro über den Preis zu verhandeln, erwies sich als nicht erfolgreich.

Daher mein Tipp an diejenigen, welche ein Vermessungsbüro beauftragen – zunächst die gültige Gebührenverordnung für das entsprechende Bundesland anschauen. Den Ingenieur des Vermessungsbüros kann man dann fragen, ob die rund 1 % für das Büro zutreffend sind. Die Kosten sollte man auf jeden Fall etwas höher als Nebenkosten für ein Darlehen mit einplanen.

Meine Beispielrechnung

Um einen kleinen Überblick zu bekommen, welche Kosten bei einer Grundstückvermessung zu erwarten sind, habe ich mich im Vorfeld im Internet informiert und folgende Beispielrechnung gefunden:

  • 3-fache Ausführung von einem amtlichen Lageplan: 900,00 Euro
  • Lageplan objektbezogen: 240,00 Euro
  • Prüfung der Lage, Höhe und der Gebäudeeinmessung: 605,00 Euro
  • Feinabsteckung: 200,00 Euro
  • Gebühren der Unterlagen der Vermessung: 225,00 Euro
  • Summe: 2.170,00 Euro
  • zuzüglich Mehrwertsteuer 15 %: 412,30 Euro
  • gesamt: 2.582,30 Euro

Mir hat diese Rechnung geholfen, um meine Überlegung dahin gehend abzuschließen, ein erfahrenes Vermessungsbüro zu beauftragen, um vielleicht später auftretende Fragen solide beantworten zu können und eine strittige Auseinandersetzung mit unseren neuen Nachbarn zu vermeiden.