Bewusstsein über die Lebensphasen des Sohnes

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Im letzten Jahr ist mir bewusst geworden, wie anstrengend das Leben meines Sohnes und meiner Schwiegertochter war. Meine Enkelkinder sind während ihrer Pubertät nicht gerade pflegeleicht gewesen.

Sohn und Schwiegertochter stark eingespannt, Enkelkinder in der Pubertät

Die Geschäftsreisen meines Sohnes und die Unterrichtsvorbereitung und die Klausurüberprüfung meiner Schwiegertochter nebst Haushalt und Hausaufgabenbetreuung der eigenen Kinder haben viel Zeit in Anspruch genommen. Die Eltern meiner Schwiegertochter sind zwar gut versorgt, aber doch etliche Flugstunden entfernt.

Alle Änderungen im Leben sind stetig – Trotz Flugrost agil

Da hat es mit uns beiden alten Fegern doch wesentlich einfacher. Naja, zumindest seit dem ich mit dem Alter pflegeleicht geworden bin und ich samt Frau von Gabriela und anderen netten Damen von der Agentur betreut werde, sind wir richtig aufgelebt. Die Sorge, wie es uns im Alter ergeben wird, hat sich verflüchtigt, wie eine Seifenblase geplatzt.

Die große Freude – mehr als einmal ist nicht genug

pubertaet meines sohnes in seinem alterMein Sohn freut sich und wir freuen uns mit ihm. Alles ist leicht, seit wir wissen, dass wir uns auf Gabriela verlassen können. Wenn sie die wenigen Male für ein paar Stunden weg sein sollte, helfen meine Frau und ich uns gegenseitig. Das ist nur ein Notbehelf, aber es klappt. Und darauf sind wir beide stolz. Stände ich noch mal vor der Wahl, ich würde meine Frau jederzeit nochmals heiraten. Und mein Sohn, den möchte ich nicht missen.

Und ab und zu – der Leierkasten der Prinzipienreiterei wird ausgesattelt

Natürlich würden wir uns über mehr Besuche freuen, vor allem meine Frau würde das begrüßen. Das ist die alte Leier, die sie bis heute nicht ablegen konnte. Da bin ich halt innovativer. Aber was soll’s: Alles geht seinen Weg und wir gehen auch. Aber damit lassen wir uns noch etwas Zeit, denn ich habe davor, noch einiges zu erledigen.

Altbewährtes und Geliebtes darf auch enden – der Wechsel gegen aufkommende Eintönigkeit
Das Briefmarkensammeln langweilt mich, ich möchte nun mit dem Malen odern Töpfen beginnen. Ich höre inzwischen wieder mehr Musik, die will ich dabei auch laufen lassen. Mein Enkel wird mir helfen, die Boxen aufzustellen. Darauf freue ich mich, denn mein Sohn wird ihn mit dem Rest der Familie begleiten. So können wir alle gemeinsam ein schönes Wochenende verbringen.

Vorbereitet kommt gut – Stabsmäßige Organisation, helfende Hände

Gabriela hat bereits die Gästezimmer fertiggemacht und Kuchen gebacken. Gabriela ist inzwischen verlobt. Ihr Verlobter hat ein Partyzelt, das er vor dem Wochenende aufbauen wird, damit wir alle gemeinsam auch bei einem Regenguss weiter draußen sitzen bleiben können. Schön, wenn wir nicht gleich wieder ins Haus zurück müssen. Uns freut, dass wir im hohen Alter noch mehr Zuwachs und Zuwendung bekommen.

Männerträume – von Autos, von Motorrädern, dem Führerschein und Schicksalsschlägen

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Meine Frau hätte es am liebsten gesehen, wenn unser Sohn an ihrem Rockzipfel geklebt hätte, wie ein Zweikomponentenklebstoff in ihrem Haar. So kam es mir damals vor, gewünscht hätte ich ihr die Erfahrung mit dem Kleber jedenfalls nicht. »Führerschein, nur wenn es sein muss.«, so lautete damals ihre Devise.

Geschätzt und gemessen – das Gefühl für das rechte Maß?

Für sie wahr ein Leben ohne die Erlaubnis für ihren Sohn denkbar. Dabei fuhr sie bis vor einem meannerautoJahrzehnt noch selbst. In jungen Jahren fuhr sie nach meinem Verständnis schwungvoller wie ich. Das geht gar nicht. Darüber ärgere ich mich noch heute. Das muss gleich als Gesprächsstoff auf den Tisch.

Gespräche bei Tisch – aus dem Nähkästchen plaudern

Früher haben wir darüber nie gesprochen. Gut, dass ich mich, dank unserer polnischen Gabriela da vollkommen gewandelt habe. Meine Frau liebt die Diskussionen mit mir. Und ich, die mit ihr.

Gut, ich hatte dafür Verständnis, war doch in der Nachbarschaft der Sohn und die Tochter bei einem einzigen, tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Nur das hatte mit der Lebenswirklichkeit nichts zu tun. Dabei hätte auch ein Fußgänger ums Leben kommen können.

Fußbewegungstauglichkeitsprüfung und die Formen terrestrischer Fortbewegung

fussball fuer maennerDer Fußgänger braucht jedoch bis heute keinen Führerschein, es sei denn, die Politik nimmt die Ideen eines Kabarettisten für bare Münze und führt die Fußbewegungstauglichkeitsprüfung zwecks terrestrischer Fortbewegung ein.

Wird Zeit, dass wir wieder einen Ausflug machen, ich brauche unbedingt eine Luftveränderung. Ich weiß zurzeit auch nicht genau, was mit mir los ist. Am liebsten würde ich mit meiner Frau und auch mit Gabriela eine Weltreise buchen. Die Muse, meine Frau und ich, der Künstler? Darf ich im Alter nicht denken, was ich will? Naja, ein bisschen »ver-rückt« darf ich die Dinge schon sehen. Verrückt bin ich noch lange nicht.

Hightech auf dem platten Land – Hochgenuss und Wissendrang bei Betagten

Gut, dass Gabriela uns zum Internetanschluss bewegt hat. Mein Sohn hatte wohl bedenken, dass wir dafür zu alt sind. Der liegt wohl auf der Couch, wenn er von seinen Reisen zurückkommt? Ich zeige ihm mal, was ich damit alles machen kann, wenn er nächstes Mal kommt. Gabriela hat inzwischen ein Auto, vielleicht können wir ja zur Abwechslung meinen Sohn und seine Frau zuhause überraschend besuchen.

Mit 90 ist das Leben noch nicht am Ende. – aufleben, überleben, Neuanfang

Bevor ich einhundert Jahre alt werde, will ich auch die Wohnungen meiner Enkel inspizieren. Hoffentlich haben die Enkel W-LAN, andernfalls kann ich gleich hierbleiben oder mein Smartphone zu Hause lassen. Gabriela und ihr Freund haben mir und meiner Frau jeweils ihr altes Gerät zu unserem Hochzeitstag geschenkt.

Schuljahre sind keine Herrenjahre – die Einschulung und die Pubertät meines Sohnes

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Bis zur Einschulung meines Sohnes verbrachten wir eine glückliche Zeit. Die Einschulung selbst war ein toller Tag. In der Grundschule im Dorf gab es ein Fest zur Ehre der Schulanfänger. Als Eltern haben wir schon am Nachmittag bis in den frühen Abend hinein getanzt, die Kinder zusammengespielt. Ich habe das Tanzen mit meiner Frau fast so geliebt wie das Fußballspielen im Verein.

Vom Kumpel zum Mädchen – Zeitzeichen in den Lebensphasen

Von meinen alten Kumpels kann ich das nicht behaupten. Die haben das Tanzen schon damals mit ihren Mädels gehasst. Der Otto hat sich zum Tanzen Stollenschuhe angezogen. Ein verrückter Kerl damals.

Fußball ist mein Leben und der Sohn will es auch – begrenzte Ansichten, Vorurteile und Meinungen.
Am liebsten ging ich mit meinem Sohn zum Fußballspiel. In der Pubertät wollte der zunehmend mehr alleine machen. Ich störte da wohl etwas. Und als dann auch noch die erste große Liebe bereitstand, blieb ich unter dem Schirm im Regen stehen.

Meine Frau hatte zwar Mitleid mit mir, aber umso mehr Verständnis für ihn. »Lass ihn, er weiß schon was er macht, schließlich haben wir uns auch einmal verliebt.«, sagte sie mehr als einmal. Da hatte sie wie immer völlig recht. Unsere Liebe war unbeschreiblich. Wir sind schon so lange zusammen, ich vergess das immer wieder. Sie ist dann immer außer sich. Das ist aber auch der einzige Punkt, an dem wir aneinandergeraten.

Männer und Frauen – die eigenen Erfahrungen und die Erkenntnisse der Gendermedizin

Mir sind Daten schnurz. Sie pocht darauf, auch noch die genaue Uhrzeit zu wissen. Wie sagte doch wir lieben einandermein Sohn neulich zu mir: »Dad, Frauen sind da anders, das hat die Gendermedizin herausgefunden. Die beschäftigen sich mit dem Zeug auf wissenschaftlicher Basis. Wussten wir das nicht schon.« Was haben wir gelacht und das Gelächter wurde noch größer, als meine Frau in diesem Moment hereinkam. Frauen haben ein Gespür dafür, wenn über sie gesprochen wird.

Der Anlass heiligt den Zweck – von Äpfeln, Strudeln und einer Bohne

Ich werde meinen Sohn mal fragen, wie das mit seinen Töchtern war. Auch ihre Sichtweise interessiert mich. Ich denke, die schauen bald mal wieder rein. Gabriela wird uns einen Kuchen backen. Vielleicht gibt es auch wieder eine Torte. Am besten der gedeckte Apfelstrudel, den meine Frau früher nur mit einem Sahneberg von der Größe der Schneekoppe verspeist hat, inklusive der obligatorischen Konjakbohne.

Das eine Prinzip und die Ehrlichkeit der Männer zu sich selbst

Dafür musste sie stets einen festlichen Anlass haben, sonst hätte sie sich das nie gegönnt. Bis heute hat meine Frau ihre festen Prinzipien, an die sich strikt hält. Ich habe mich im Laufe der vielen Jahrzehnte immer mehr angenähert, wie ich mir eingestehen muss, schließlich gehört die Ehrlichkeit zu sich selbst zu einer meiner lieb gewonnen Eigenschaften. Schön, dass ich auch von meinen Enkeln dafür ein großes Lob erhalten habe.

Vater zu werden, ist schwer – von den Leiden eines zukünftigen Vaters

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Wenn ich an meinen Sohn denke, verspüre ich einen gewaltigen Stolz und viel Liebe. Die Geburt meines Sohnes war für mich und meine Frau ein einschneidendes Erlebnis. Rückblickend weiß ich heute, dass es der bis dato glücklichste Moment in meinem Leben war. Zu dieser Zeit habe ich vor Angst und Sorge um meine Liebste und das Kind Höhlenqualen durchlitten, wie ich mir heute eingestehen muss.

Schwitzen und schlottern – die lange Fahrt ins Krankenhaus

Noch heute ist mir bewusst, wie ich am ganzen Leib geschlottert habe und mir mehr Sorgen gemacht habe, als notwendig gewesen ist. Mit meiner geliebten Frau und dem Kind sollte schließlich alles gut gehen. Ob wir es noch rechtzeitig in die Klinik schaffen würden, daran glaubten wir damals nicht mehr:

Von Gräben und der Spurensuche im Dunkel der Nacht

Erst sprang der Wagen nicht an, dann waren die Straßen vereist. Zu allem Überfluss war die Fahrbahn an einigen Stellen mit Schneeverwehungen regelrecht blockiert. Zum Glück konnte ich die Spur wiederfinden und bin nicht im Graben seitlich von der Straße gelandet.

Die Fahrt bis ins Krankenhaus dauerte endlos. Trotz ausgefallener Heizung standen mir die Schweißperlen auf der Stirn. Endlich kam ein Wegweiser zum Hospital in Sicht. Nach mehr als einer Stunde nervenaufreibender Fahrt, gelangten wir endlich ins Krankenhaus. Genau im richtigen Moment, wie sich kurze Zeit später herausstellen sollte.

Blasensprung vor Freudenhüpfer – was der Mensch vom Frosch lernen kann oder auch nicht

Im Auto war bereits die Fruchtblase geplatzt, die Wehen wurden heftiger. Mithilfe der Ärzte und der Hebamme ging alles bei der Geburt reibungslos. Kurze Zeit später dürfte meine Frau und ich unseren Sohn in den Händen halten. Ich war der glücklichste und stolzeste Mann der Erde.

Zurück ins traute Heim – wenn nachts der Besuch an die Tür klopft

Als wir wieder zuhause waren, kam kurze Zeit später meine Eltern zu Besuch. Sie waren bei Freunden in der Nähe gewesen und wollten nur kurz nach uns schauen. An diesem Tag sind sich mein Vater und ich so nahe gewesen, wie nie zuvor. Meine Frau freute sich über die liebevolle Hilfe

mother and son

meiner Mutter und schlief erschöpft ein. Das konnte sie auch beruhigt tun.

Einige Stunden regte sich unser Sohn. Mit kräftiger Stimme fing er zu schreien an. Die Sirene im Dorf war dagegen der Ruf nach Ruhe. Nachdem meine Frau ihn gestillt hatte, schlief auch er wieder ein. Sein damaliges Gesicht habe ich bis heute nicht vergessen. Meiner Frau habe ich davon erzählt und wir lachen noch heute oft gemeinsam darüber. Uns hat das gemeinsame Kind auch in der Folgezeit nicht mehr losgelassen.

Alles geht seinen Lauf, bis auf die Ausnahmen – der Arbeitsalltag hat mich fast wieder eingeholt

vater macht sich sorgenWährend meiner Arbeit auf dem Hof konnte ich zwischendurch meinen Sohn betrachten. Wenn meine Frau es nicht sah, habe ich ihn auf den Arm genommen. Für einen Mann wie mich war es schwer, zuzugeben wie glücklich und unsagbar stolz ich über die Geburt war. Schade, dass wir nicht noch ein paar Kinder mehr bekommen haben, so wie wir uns das gewünscht hatten. Wir wollten eine Familie mit vielen Kindern. Ich hätte in damals am liebsten 22 Kinder gehabt. Meine Frau war da stets anderer Meinung. Schade, dass wir uns in diesem Punkt nie einigen konnten.