Vater zu werden, ist schwer – von den Leiden eines zukünftigen Vaters

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Wenn ich an meinen Sohn denke, verspüre ich einen gewaltigen Stolz und viel Liebe. Die Geburt meines Sohnes war für mich und meine Frau ein einschneidendes Erlebnis. Rückblickend weiß ich heute, dass es der bis dato glücklichste Moment in meinem Leben war. Zu dieser Zeit habe ich vor Angst und Sorge um meine Liebste und das Kind Höhlenqualen durchlitten, wie ich mir heute eingestehen muss.

Schwitzen und schlottern – die lange Fahrt ins Krankenhaus

Noch heute ist mir bewusst, wie ich am ganzen Leib geschlottert habe und mir mehr Sorgen gemacht habe, als notwendig gewesen ist. Mit meiner geliebten Frau und dem Kind sollte schließlich alles gut gehen. Ob wir es noch rechtzeitig in die Klinik schaffen würden, daran glaubten wir damals nicht mehr:

Von Gräben und der Spurensuche im Dunkel der Nacht

Erst sprang der Wagen nicht an, dann waren die Straßen vereist. Zu allem Überfluss war die Fahrbahn an einigen Stellen mit Schneeverwehungen regelrecht blockiert. Zum Glück konnte ich die Spur wiederfinden und bin nicht im Graben seitlich von der Straße gelandet.

Die Fahrt bis ins Krankenhaus dauerte endlos. Trotz ausgefallener Heizung standen mir die Schweißperlen auf der Stirn. Endlich kam ein Wegweiser zum Hospital in Sicht. Nach mehr als einer Stunde nervenaufreibender Fahrt, gelangten wir endlich ins Krankenhaus. Genau im richtigen Moment, wie sich kurze Zeit später herausstellen sollte.

Blasensprung vor Freudenhüpfer – was der Mensch vom Frosch lernen kann oder auch nicht

Im Auto war bereits die Fruchtblase geplatzt, die Wehen wurden heftiger. Mithilfe der Ärzte und der Hebamme ging alles bei der Geburt reibungslos. Kurze Zeit später dürfte meine Frau und ich unseren Sohn in den Händen halten. Ich war der glücklichste und stolzeste Mann der Erde.

Zurück ins traute Heim – wenn nachts der Besuch an die Tür klopft

Als wir wieder zuhause waren, kam kurze Zeit später meine Eltern zu Besuch. Sie waren bei Freunden in der Nähe gewesen und wollten nur kurz nach uns schauen. An diesem Tag sind sich mein Vater und ich so nahe gewesen, wie nie zuvor. Meine Frau freute sich über die liebevolle Hilfe

mother and son

meiner Mutter und schlief erschöpft ein. Das konnte sie auch beruhigt tun.

Einige Stunden regte sich unser Sohn. Mit kräftiger Stimme fing er zu schreien an. Die Sirene im Dorf war dagegen der Ruf nach Ruhe. Nachdem meine Frau ihn gestillt hatte, schlief auch er wieder ein. Sein damaliges Gesicht habe ich bis heute nicht vergessen. Meiner Frau habe ich davon erzählt und wir lachen noch heute oft gemeinsam darüber. Uns hat das gemeinsame Kind auch in der Folgezeit nicht mehr losgelassen.

Alles geht seinen Lauf, bis auf die Ausnahmen – der Arbeitsalltag hat mich fast wieder eingeholt

vater macht sich sorgenWährend meiner Arbeit auf dem Hof konnte ich zwischendurch meinen Sohn betrachten. Wenn meine Frau es nicht sah, habe ich ihn auf den Arm genommen. Für einen Mann wie mich war es schwer, zuzugeben wie glücklich und unsagbar stolz ich über die Geburt war. Schade, dass wir nicht noch ein paar Kinder mehr bekommen haben, so wie wir uns das gewünscht hatten. Wir wollten eine Familie mit vielen Kindern. Ich hätte in damals am liebsten 22 Kinder gehabt. Meine Frau war da stets anderer Meinung. Schade, dass wir uns in diesem Punkt nie einigen konnten.